Wie man durch einen mit Salzwasser gefüllten Ball, ein Stück Seil oder den Kampf gegen den eigenen Schweinehund neue Bekanntschaften schließen kann.

Neu an der Universität Würzburg? Noch nicht so wirklich Anschluss gefunden? Dann ist Hochschulsport die perfekte Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen und dabei auch noch sportlich aktiv zu werden. Bereits seit 35 Jahren gibt es den Hochschulsport an der Universität und er bietet für Studierende und für Mitarbeitende ein breites Sportangebot an.

„Aktuell haben wir etwa 6000 aktive Nutzer im Hochschulsport, davon sind knapp 500 Mitarbeiter“, sagt Andreas Petko, offizieller Koordinator des Programms. Durch das vielfältige Angebot haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, viele verschiedene Sportarten auszuprobieren, ohne dabei in Vereine oder Studios beitreten zu müssen. Mit einer Grundgebühr von 25 Euro darf man das ganze Semester fast alle Kurse nutzen. Bei einigen Kursen ist jedoch eine Teilnehmergrenze festgelegt. Hier gilt – wer zuerst kommt, mahlt zuerst!

Auch besonders leistungs- und wettkampforientierte Sportlerinnen und Sportler finden für sich geeignete Kurse. Diese können sich in speziellen Trainings auf Wettkämpfe vorbereiten, die vom Allgemeinen Hochschulsportverband Deutschland veranstaltet werden und zwischen verschiedenen Universitäten stattfinden. Zeigt man hier Erfolge, kann man sich sogar für den europäischen und weltweiten Wettkampfbereich qualifizieren!

Die Bandbreite an Sportkursen ist riesig. Ob Tanzen oder Yoga, Volleyball oder Tennis, jeder findet etwas Geeignetes für sich.

Teamsport im Wasser? Nein, eher unter Wasser!

Im Wasser fühlen Sie sich wohl und sind gleichzeitig begeisterte Teamplayer? Dann ist der Kurs Unterwasserrugby genau das Richtige für Sie!

Los geht’s – Kurz vor Beginn des Trainings am Beckenrand (Bild: Ines Leongart)

Hier findet das komplette Spiel, anders als beim Wasserfußball, unter Wasser statt und auch die jeweiligen Tore, in Form von Körben, werden am Boden des Beckens befestigt.

Ziel ist es, den mit Salzwasser gefüllten Ball in den gegnerischen Korb zu versenken. Das Salzwasser im Ball hat eine höhere Dichte und bewirkt somit, dass der Ball problemlos im Wasser gespielt werden kann.

Wie beim normalen Rugby darf man die Spielerinnen und Spieler überall festhalten, klammern, ziehen und schieben. Es gibt aber auch einige Regeln. Das Treten, Schlagen, Kratzen und Beißen ist nicht erlaubt, genauso wie das Halten und Herunterreißen der Ausrüstung. Die Verletzungsgefahr ist demnach außer ein paar blauen Flecken sehr gering.

Es sei schon ein körperbetonter Sport, sagt Trainer Nils Hinkelmann. Man dürfe nicht zimperlich sein, wenn man mal doch einen Tritt abbekomme.

Ein(Blick) ins Wasser (Bild: Maike Filsineer)

Für das Spiel brauchen die Spielerinnen und Spieler eine Ausrüstung. Diese besteht aus Flossen, einer Maske mit einem Schnorchel und einer Wasserballkappe. Sie wird unter dem Kinn zugebunden und schützt Ohren und Trommelfell.

Eine weitere Besonderheit von Unterwasserrugby: Es ist die einzige Sportart, bei der dreidimensional gespielt wird. Das bedeutet, dass die Angriffsmöglichkeiten sich um zwei Felder erweitern. Somit können die Spielerinnen und Spieler nicht nur von vorne und hinten, rechts und links angreifen, sondern auch von oben oder unten. „Ich vergleiche es gerne mit Quidditch“, sagt Hinkelmann.

Ein paar Basics sollte man können, um mitmachen zu können, wie sicher zu schwimmen. Tauchen können muss man nicht unbedingt vorab, aber Angst davor sollte man nicht haben. Unterwasserrugby wird in gemischten Teams gespielt – auch an der Universität Würzburg. Für Nils stehen „Spiel und Spaß im Fokus und es sollte trotzdem ein sportlicher Erfolg erzielt werden“.

Wenn Sie dabei sein möchten, dann melden Sie sich direkt an. Doch Achtung, hier ist die Teilnehmerzahl auf maximal 25 Teilnehmende begrenzt.

Mehr als nur ein bisschen Seilspringen

Seilspringen als Vereinssport und sogar als Wettkampfdisziplin? Aber klar! Rope Skipping ist der professionelle Begriff und wurde von der 24-jährigen Katharina Hartmann bis zum Sommersemester 2024 angeboten. Sie selber studierte Grundschullehramt und ist in die Rolle der Trainerin durch einen Zufall hinein gerutscht. Durch ihre Erfahrungen im Verein konnten sich ihre Bedenken, keinen Trainerschein zu haben, auflösen und mit Freude hat sie sich immer auf das Training vorbereitet.

In ihrem Kurs geht es mehr als nur um Seilspringen. Es werden Disziplinen wie Single Rope oder Double Dutch geübt und jeder kann an seinem Niveau arbeiten.

„Man kann sich vielseitig beschäftigen, neue Sprünge ausprobieren und der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt“, sagt sie.

Es ist eben nicht das typische Seilspringen auf dem Schulhof. Laut Hartmann sagt jeder, der Rope Skipping ausprobiert habe, dass es beeindruckend, anspruchsvoll und ausdauernd sei. Mit einem einfachen Seil könne man viel erreichen und auf jeden Fall ins Schwitzen kommen.

Halten Sie die Augen offen, womöglich wird dieser außergewöhnliche Kurs wieder aufgenommen und Sie können direkt hineinspringen!

Es sind keine Grenzen gesetzt (Bild: Ines Leongart)

Eine Herausforderung gefällig?

Der nächste Kurs verlangt Ihnen einiges ab. Beim Military Fitness sind Durchhaltevermögen, hohe Belastbarkeit und eiserner Wille gefragt.

Clemens Launer leitet den Kurs. Der 42-jährige Vater ist Geschäftsführer, aus der Infanterie kommender Soldat und mittlerweile Major in der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit. Bei ihm heißt es: „Überwinde deinen inneren Schweinehund.“

Was genau erwartet Sie?

In der ersten Hälfte viele Liegestütze, Sit-Ups, das Stärken und Aufbauen der Rückenmuskulatur und der tiefe Stand. Danach Bewegungsspiele, vom spielerischen Huckepack tragen bis zu ausgewählten Übungen, die aus dem Verwundetentransport stammen.

In der zweiten Hälfte kommt Launers Standardübung mit einem typischen Singsang während der Ausführung. Das Singen soll dabei den Bauch und das Zwerchfell entspannen, sodass man viel leichter durchkommt. Diese Übung sei, sagt Launer, wohl die anstrengendste von allen, und trotzdem gehe jeder danach mit einem Lächeln hinaus. Zum Schluss kommt die ersehnte Entspannung nach der harten Arbeit.

Sicherlich stellen sich einige von Ihnen auch einen klassischen Drill Sergeant in so einem Kurs als Trainerin oder Trainer vor. Tatsächlich kommt das Schreien auch hier nicht zu kurz. Launer bezeichnet das als „externe Hilfe auf verbale Art, um sich ein bisschen mehr anzustrengen“.

Außerdem betont er: „Bei uns wird keiner ausgelacht, egal was passiert.“

Genau das ist es, warum so viele immer wieder kommen. Sich selbst herausfordern, an seine Grenzen gehen, dabei ein Stückchen zu sich selber finden und ein gutes Gemeinschaftsgefühl, das alles ist Grund genug es einmal auszuprobieren!

Jede/r kommt ans Ziel (Bild: Clemens Launer)

Lust selber aktiv zu werden?

Sie treiben einen ganz anderen Sport in Ihrer Freizeit und / oder möchten selber aktiv werden? Dann wird es Zeit auf der Homepage auf den Button „Jobs“ zu klicken. Denn hier können Sie sich als Aufsicht oder als Trainerin oder Trainer für einen neuen Kurs bewerben, den Sie anbieten können. Keine Angst, dafür braucht man nicht unbedingt einen Trainerschein, sondern lediglich die Begeisterung und einen gewissen Grad an Erfahrung. Das Ganze wird mit einem kleinen Honorar entlohnt, „denn die Trainer sollen bei uns nicht kostenfrei arbeiten“, betont Petko.

Alle Informationen rund um den Hochschulsport finden Sie auf der Homepage. Vorbeischauen lohnt sich!

Von Ines Leongart