Wie wird die Landwirtschaft in Franken in Zukunft aussehen? Eine aktuelle Studie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg zeigt: Sollte der Klimawandel ungebremst voranschreiten, könnten sich die Anbaubedingungen bis zum Ende des Jahrhunderts grundlegend verschieben – mit weitreichenden Folgen für bestehende und neue Kulturpflanzen.

Seit etwa 2015 sind Hitzewellen und Trockenperioden zunehmend für Ernteausfälle verantwortlich. Vor diesem Hintergrund hat ein interdisziplinäres Forschungsteam im Rahmen des EU-Projekts BigData@Geo 2.0 untersucht, wie sich klimatische Veränderungen konkret auf die Agrarwirtschaft auswirken könnten. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht.

Als Untersuchungsraum diente Franken, das aufgrund seiner vielfältigen Landschaftsstruktur als Modellregion für Mitteleuropa gilt. Mithilfe sogenannter Klima-Analoge identifizierten die Forschenden Regionen, deren heutige klimatische Bedingungen den prognostizierten Verhältnissen in Franken zum Ende des 21. Jahrhunderts entsprechen. Neben Klimadaten wurden auch Bodenmerkmale berücksichtigt, um realistische Vergleiche zu ermöglichen.

Die zentrale Erkenntnis: Die Klimazonen verschieben sich deutlich. Während höher gelegene Regionen künftig eher Bedingungen wie im heutigen Norddeutschland aufweisen, könnten tiefer gelegene Gebiete klimatisch an Regionen in Südfrankreich oder Norditalien erinnern. Damit verändern sich auch die Voraussetzungen für die landwirtschaftliche Nutzung.

Einige bislang verbreitete Kulturen – etwa Gerste oder Zuckerrüben – könnten an Bedeutung verlieren. Gleichzeitig bleiben andere wie Weizen oder Raps relevant oder gewinnen sogar an Bedeutung. Besonders auffällig ist jedoch das Potenzial für neue, bislang untypische Kulturen: Pfirsiche, Mandeln oder sogar Oliven könnten künftig auch in Franken angebaut werden. Selbst der Anbau von Reis erscheint unter bestimmten klimatischen Bedingungen theoretisch möglich – auch wenn praktische Hürden wie Wasserverfügbarkeit dem entgegenstehen.

Die Studie macht zugleich deutlich, dass solche Veränderungen nicht automatisch umgesetzt werden können. Neben klimatischen Voraussetzungen spielen wirtschaftliche, infrastrukturelle und wissensbasierte Faktoren eine entscheidende Rolle. Gerade bei langfristigen Investitionen, etwa im Obst- oder Weinbau, sind vorausschauende Entscheidungen erforderlich.

Insgesamt zeichnet die Untersuchung ein klares Bild: Der Klimawandel wird die Landwirtschaft tiefgreifend verändern und neue Anpassungsstrategien erforderlich machen.

Weitere Informationen und Hintergründe zur Studie finden sich im einBLICK.

Der Weinbau in Franken könnte vom Klimawandel profitieren. Andere Agrarprodukte werden an Bedeutung verlieren, neue hinzukommen. (Bild: Svenni / Adobe Stock)