Wie kann hybride Lehre didaktisch sinnvoll, technisch stabil und zugleich sozial inklusiv gestaltet werden? Mit diesen Fragen befasste sich die Veranstaltung „New Hybrid Classroom (not only) for CHARM at JMU: Perspectives, Practices, and Solutions“ an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.
Seit 2022 ist die Universität Mitglied der europäischen Hochschulallianz CHARM-EU. Im Wintersemester 2025/26 begrüßte Würzburg erstmals Studierende des CHARM-Masterstudiengangs „Global Challenges for Sustainability“. Da das interdisziplinäre Programm mehrere europäische Standorte verbindet, kommt hybriden Lehrformaten eine zentrale Bedeutung zu.
Im November wurde dafür ein neuer Hybrid Active Learning Classroom (HALC) eingerichtet, der nun erstmals im Rahmen eines Workshops genutzt wurde. Die Veranstaltung brachte Perspektiven aus der gesamten Allianz zusammen: Lehrende, Bildungswissenschaftlerinnen sowie Teaching Assistants diskutierten praktische Erfahrungen und Lösungsansätze aus dem hybriden Lehralltag.
Didaktik, Struktur und Interaktion
Daniel Griffin (Trinity College Dublin) hob hervor, dass gut konzipierte hybride Formate gegenüber klassischen Präsenzveranstaltungen durchaus Vorteile bieten können – vorausgesetzt, sie sind klar strukturiert. Kurze, 10- bis 15-minütige Lerneinheiten („Chunks“) helfen, Aufmerksamkeit und kognitive Verarbeitung zu stabilisieren.
Aus bildungswissenschaftlicher Sicht stellte Anna Granberg (Åbo Academy) sogenannte „Brain Breaks“ vor, also kurze aktivierende Übungen zur Reduktion von Ermüdung. Teaching Assistants betonten zudem ihre Rolle als didaktische Schnittstelle: Klare schriftliche Anweisungen, gezielte Einbindung zugeschalteter Studierender und eine aktive Chat-Betreuung sind entscheidend, um Überlastung zu vermeiden.
Hybride Räume bewusst gestalten
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den emotionalen Dynamiken hybrider Lernumgebungen. Vorgestellt wurde unter anderem das ACAD-Modell (Activity-Centered Analysis and Design), das durch bewusst gestaltete soziale Strukturen und Rückzugsorte wie eine „Cosy Corner“ inklusives Lernen fördern soll. Regelmäßige Pausen, klar planbare Abläufe und unterstützende Rollen – etwa „digitale Buddies“ – tragen dazu bei, Belastungen zu reduzieren und nachhaltiges Lernen zu ermöglichen.
Der neue Active Learning Classroom an der JMU ist mit fünf flexibel nutzbaren Arbeitsstationen, vernetzten Bildschirmen, Decken- und Raummikrofonen, einer mobilen „Catchbox“ sowie PTZ-Kameras ausgestattet. Der Raum steht – nach Verfügbarkeit – auch anderen Lehrenden für hybride Formate offen und folgt dem gemeinsamen Hybrid-Classroom-Modell aller neun CHARM-EU-Partneruniversitäten.
Weitere Informationen zur Veranstaltung und zur hybriden Lehre im CHARM-EU-Kontext finden Sie im aktuellen einBLICK.

