Mit einer feierlichen Veranstaltung im Audimax der Neuen Universität hat die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät am 27. November 2025 das 25-jährige Bestehen ihres Bachelor-Studiengangs Wirtschaftsinformatik gefeiert. Zahlreiche Gäste – darunter viele ehemalige Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter – folgten der Einladung, um dieses besondere Jubiläum gemeinsam zu würdigen.

Der Abend begann um 17 Uhr mit einer Begrüßung durch Prof. Dr. Frédéric Thiesse, Professor für Wirtschaftsinformatik und Systementwicklung sowie Prüfungsausschussvorsitzender des Bachelor-Studiengangs Wirtschaftsinformatik. Anschließend richteten Prof. Dr. Doris Fischer, Vizepräsidentin der JMU, sowie Dekan und Professor für Wirtschaftsinformatik und Business Analytics, Prof. Dr. Christoph M. Flath, Grußworte an das Publikum und hoben die Bedeutung des Studiengangs und der Wirtschaftsinformatik im Allgemeinen für die Fakultät und die Universität hervor.

Den ersten Festvortrag des Abends hielt Prof. Dr. Rainer Thome, der als erster Wirtschaftsinformatikprofessor an der Fakultät den Grundstein für das heutige Fach in Würzburg gelegt und die Weiterentwicklung der Wirtschaftsinformatik jahrzehntelang geprägt hat. Mit persönlichem Rückblick spannte er den Bogen von seiner frühen Begeisterung für Automatisierung – inspiriert durch die eigene Modelleisenbahn – bis zu seinen prägenden Erfahrungen während des Studiums in Heidelberg, wo er 1968 erstmals mit modernen Computersystemen in Berührung kam. Dort entwickelte er das System „VARTAB“, ein System zur Generierung individueller Tabellen ohne Programmierkenntnisse, das die digitale Auswertung medizinischer Lochkartendaten ermöglichte – Jahre bevor Programme wie Excel existierten.

Sein Vortrag beleuchtete zudem die Entstehung des Würzburger Wirtschaftsinformatik-Bachelors, der im Wintersemester 2000/2001 vor dem Hintergrund der „Green Card“-Initiative des damaligen Kanzlers Gerhard Schröder startete, die sich auf die Rekrutierung von IT-Fachkräften aus dem Ausland konzentrierte. Die einseitige Fokussierung auf die Informatik ist aber aus betrieblicher Sicht unsinnig: Im Vordergrund muss die Synergie von betrieblicher Organisation und Informationsverarbeitung stehen, um die Effizienz in Unternehmen und Verwaltungen kontinuierlich zu steigern. Im Bachelor-Studiengang wird Wirtschaftsinformatik als interdisziplinäre und integrative Verschmelzung von Betriebswirtschaftslehre und Informationstechnologie gelehrt. Der Erfolg gibt Prof. Thome recht:  Rund 665 Absolventinnen und Absolventen haben den Studiengang seit seiner Einführung erfolgreich abgeschlossen. Prof. Thome betonte abschließend die Notwendigkeit, die besondere Würzburger Expertise im Fachgebiet künftig noch stärker sichtbar zu machen.

Der zweite Festvortrag wurde von Prof. Dr. Martin Hepp gehalten, ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter von Prof. Thome und heute Professor für Web Science und Digitalisierung an der Universität der Bundeswehr München. Unter dem Motto „Wirtschaftsinformatik … und die Zukunft wird ihr Freund“ zeichnete er seinen eigenen Weg in die Wirtschaftsinformatik nach – von frühen Erfahrungen im Computergeschäft über ein zunächst begonnenes BWL-Studium bis hin zu einem Schlüsselmoment in einer Steuervorlesung, der ihn endgültig zur Wirtschaftsinformatik führte. Er hob hervor, wie essenziell das Zusammenspiel von BWL/VWL und Informatik für das Fachgebiet ist und wie viel Innovationspotenzial in dieser Verbindung steckt.

Im Anschluss an beide Vorträge wurde Prof. Thome von den aktuellen Wirtschaftsinformatik-Professoren mit einer Ehrenurkunde zum 40-jährigen Jubiläum seines Lehrstuhls geehrt – ein Moment, der ihn sichtlich bewegte. Danach gewährten die Professuren einen Ausblick auf die kommenden 25 Jahre des Fachs und formulierten vier prägnante Thesen:

  • Prof. Dr. Frédéric Thiesse: Die Zukunft hat keine Alternative.
  • Prof. Dr. Axel Winkelmann: Alles, was automatisierbar ist, wird automatisiert werden.
  • Prof. Dr. Christoph M. Flath: Der zentrale Wert der Wirtschaftsinformatik bleibt die Integration.
  • Prof. Dr. Gunther Gust: Wirtschaftsinformatikerinnen werden nicht automatisiert werden können!

Diese Thesen setzten einen inspirierenden Schlusspunkt des inhaltlichen Programms und boten reichlich Gesprächsstoff für den anschließenden Weinempfang.

Die Fakultät bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern – insbesondere bei den vielen Alumni und ehemaligen Mitarbeitenden, die den Weg der Wirtschaftsinformatik in Würzburg in den vergangenen Jahrzehnten mitgeprägt haben.
Auf die nächsten erfolgreichen 25 Jahre Wirtschaftsinformatik-Bachelor an der JMU!

Eindrücke der Jubiläumsveranstaltung 25 Jahre Wirtschaftsinformatik (Bilder: Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)