Im Rahmen der Examensfeier der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät werden den Absolventinnen und Absolventen jedes Semester ihre Urkunden überreicht. Dabei erhalten diejenigen mit den besten drei Bachelor- und Master-Abschlussnoten eine Auszeichnung der Georg-von-Schanz-Gesellschaft.
Einer von ihnen ist Magnus Michel. Nach seinem Abitur in Karlstadt begann er sein Bachelorstudium der Wirtschaftsinformatik im Wintersemester 2021/22 an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Neben dem Studium engagiert er sich seit März 2022 unter anderem als Wissensmanager, IT Direktor und zweiter Vorstandsvorsitzender bei der studentischen Unternehmensberatung iac Würzburg. Des Weiteren absolvierte Magnus Michel mehrere Praktika: im Projektmanagement bei Anevis Solutions in Würzburg, im Management Consulting bei accilium in München und in den Bereichen Value Creation / Strategie ESG sowie ESG Reporting & Data Architecture bei KPMG in München. Insgesamt ein Jahr unterstützte er außerdem als Werkstudent den CFO der Firma Wölfel in Würzburg, insbesondere im Bereich Nachhaltigkeit, Market Research & Integration von KI. Seit Oktober 2025 arbeitet Magnus Michel am Lehrstuhl Informatik X von Prof. Dr. Andreas Hotho im Projekt BigData@Geo 2.0, wo er bei der Erstellung von KI Modellen zur Vorhersage von Ernteerträgen hilft, um Landwirte in der Region auf den Klimawandel vorzubereiten. Schon zuvor unterstützte er im Sommersemester 2025 immer wieder im Rahmen des Projekts den Lehrstuhl.
Magnus Michel absolvierte sein Bachelorstudium in Wirtschaftsinformatik mit der hervorragenden Abschlussnote von 1,1. Wir gratulieren ihm zu seinem Studienerfolg und bedanken uns ganz herzlich für die Beantwortung der Fragen.
WiWi-Fakultät: Wieso haben Sie sich für das Studium entschieden?
Magnus Michel: Nach dem Abitur wusste ich zwar, dass mich der technisch-naturwissenschaftliche und vor allem der mathematische Bereich begeistert, aber ich hatte noch kein konkretes Anwendungsfeld vor Augen.
Die Wirtschaftsinformatik war für mich deshalb die ideale Wahl, weil sie eine enorme Bandbreite bietet: Man geht völlig unterschiedliche Problemstellungen mit einer ebenso breiten Palette an technologischen und datengetriebenen Lösungswegen an. Genau diese Vielfalt war für mich entscheidend. Sie hat mir erlaubt, verschiedene Ansätze auszuprobieren, um im Laufe des Studiums herauszufinden, welche Art von Problemen ich später wirklich lösen möchte und was mir dabei am meisten Spaß macht.
WiWi-Fakultät: Gab es während Ihres Studiums eine Person, die Sie besonders inspiriert oder unterstützt hat?
Magnus Michel: Da gibt es gleich mehrere Personen, denen ich sehr dankbar bin. Fachlich haben mich von Anfang an die Module von Prof. Dr. Flath begeistert, da man hier früh aktiv mitarbeiten konnte und Themen wie Data Analytics genau meinen Nerv getroffen haben. An seinem Lehrstuhl durfte ich auch meine Bachelorarbeit schreiben. Hier hat mir mein Betreuer Robin Derzbach eine spannende Arbeit sehr nah an der aktuellen Forschung ermöglicht.
Ein großer Dank gilt zudem Prof. Dr. Hotho und besonders Florian Gallusser & Simon Hentschel. Sie haben mir das Vertrauen geschenkt, auch ohne tiefes Vorwissen im Bereich Deep Learning direkt an einem angewandten Forschungsprojekt mitzuarbeiten. Dadurch konnte ich extrem viel lernen und bin heute in der Lage, eigenständig an der Entwicklung von KI-Modellen zu arbeiten.
WiWi-Fakultät: Welches Erlebnis aus Ihrer Studienzeit ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Magnus Michel: Das sind vor allem zwei sehr unterschiedliche Erfahrungen. Fachlich war es definitiv das Forschungsprojekt ‚BigData@Geo 2.0‘. Die angewandte Arbeit im Bereich KI hat mich technisch und in der Programmierung enorm weitergebracht. Vor allem aber hat mich die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Geographie geprägt und maßgeblich beeinflusst, welchen Weg ich nun nach dem Studium einschlage.
Auf der anderen Seite bleibt mir mein Auslandssemester in Georgien in besonderer Erinnerung. Es war eine Zeit voller neuer Erlebnisse, in der ich mit vielen inspirierenden Menschen in Kontakt gekommen bin. Diese Erfahrungen in einer neuen Umgebung und der Blick über den eigenen Tellerrand hinaus waren für meine persönliche Entwicklung mindestens genauso wichtig wie das Fachwissen.
WiWi-Fakultät: Haben Sie einen „Geheimtipp“ für einen sehr guten Studienabschluss?
Magnus Michel: Ich glaube, gerade in den großen Einführungsveranstaltungen muss jeder seinen eigenen Lernrhythmus finden. Mein wichtigster Tipp für den weiteren Verlauf ist aber: Wählt, was euch wirklich interessiert, und nicht das, was sich vermeintlich leicht anhört.
Wenn man ein Modul oder Seminar wählt, das einem Spaß macht, arbeitet man während des Semesters fast automatisch mehr mit. Das reduziert nicht nur den Stress in der Klausurenphase drastisch, sondern man nimmt auch inhaltlich viel mehr mit. Zudem lohnt sich der Blick über den Tellerrand: Die Uni bietet so viele Freiheiten, sei es durch Engagement, Praktika oder fachfremde Vorlesungen. Ich habe mich zum Beispiel einfach mal in eine Physik-Einführung gesetzt, was mich total fasziniert hat. Diese Neugier zahlt sich am Ende immer aus.
WiWi-Fakultät: Wie sieht Ihr nächster Schritt nach dem erfolgreichen Studienabschluss aus – und wie hat Ihr Studium an der Uni Würzburg Sie darauf vorbereitet?
Magnus Michel: Ich habe in diesem Wintersemester ein Zweitstudium in der Geographie begonnen. Während meiner Praktika im ESG-Bereich und besonders durch das Projekt ‚BigData@Geo 2.0‘ habe ich gemerkt: Die Methodik der Wirtschaftsinformatik finde ich spannend, aber mein Herz schlägt für die Anwendung im Umweltbereich.
Mein Ziel ist es, später genau an der Schnittstelle von Informatik, Datenanalyse und Physischer Geographie zu arbeiten. Dafür möchte ich mir nun noch das fundierte geographische Fachwissen aneignen. Gleichzeitig unterstütze ich das Forschungsprojekt seit Oktober als wissenschaftliche Hilfskraft. Das gibt mir die Möglichkeit, meine Kenntnisse direkt in der Praxis einzubringen und mich dem Thema nun noch intensiver zu widmen.

