Am 23. April 2026 fand im Audimax der Neuen Universität in Würzburg erneut die Veranstaltung „Wirtschaft trifft Wissenschaft“ statt – eine gemeinsame Initiative der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät und der IHK Würzburg-Schweinfurt. Die jährlich ausgerichtete Veranstaltung stellt den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis in den Mittelpunkt und greift Themen auf, die für die Region Mainfranken von besonderer Relevanz sind.

In diesem Jahr stand alles unter dem Leitmotiv „Innovation und Zukunft in Mainfranken: Gründungs- und Unternehmungsgeist“. Ziel war es, aufzuzeigen, wie aus Ideen erfolgreiche Gründungen entstehen, welche Rolle die Universität dabei spielt und wie sich unternehmerisches Denken in einem dynamischen Umfeld behaupten kann.

Den Auftakt bildeten die Begrüßungen durch Prof. Dr. Anja Schlömerkemper, Vizepräsidentin der Universität Würzburg, sowie Dr.-Ing. Stefan Möhringer, Vizepräsident der IHK Würzburg-Schweinfurt. Beide betonten die Bedeutung enger Kooperationen zwischen Hochschule und Wirtschaft für eine zukunftsfähige Region.

Im Anschluss gaben Prof. Dr. Jana-Kristin Prigge und Prof. Dr. Axel Winkelmann in ihrer Keynote „Wenn Forschung gründet: Wie Innovationen den Markt erreichen“ einen fundierten Überblick über die Gründungslandschaft. Neben einem internationalen und nationalen Vergleich rückten sie insbesondere Mainfranken in den Fokus. Sie identifizierten vier zentrale Erfolgsfaktoren für eine starke Gründungsregion: Talente mit Ideen, eine funktionierende Gründungsinfrastruktur, gezielte Kompetenzvermittlung sowie ausreichende Wachstumsfinanzierung. Während die ersten drei Faktoren in der Region bereits gut ausgeprägt sind, besteht insbesondere bei der Finanzierung noch Entwicklungspotenzial – auch wenn Initiativen wie der entstehende Venture-Capital-Fonds „Fourteen Leafs“ wichtige Impulse setzen.

Wie Gründungsideen konkret umgesetzt werden, zeigten anschließend mehrere Start-ups mit Bezug zur Universität: Das Team von estix.io präsentierte Anwendungen zur Digitalisierung der Baukostenkalkulation, während mindocu eine KI-gestützte Lösung zur Unterstützung bei medizinischen Gutachten vorstellte. SOLISTIQ wiederum demonstrierte, wie Künstliche Intelligenz zur Optimierung von Beständen und Lieferketten eingesetzt werden kann. Die Pitches machten deutlich, wie vielfältig und praxisnah die Gründungsaktivitäten im Umfeld der Universität sind.

Einen besonderen Einblick in unternehmerische Erfahrungswelten bot die abschließende Keynote von Dr. Joachim Kuhn, Gründer und ehemaliger CEO von va-Q-tec. Er schilderte eindrucksvoll die Entwicklung seines Unternehmens – von der ursprünglichen Idee bis hin zu strategischen Anpassungen des Geschäftsmodells. Seine zentrale Botschaft: Erfolgreiche Gründungen erfordern Flexibilität, Durchhaltevermögen und die Bereitschaft, Ideen kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Eine offene Fragerunde ermöglichte dem Publikum, vertiefend mit den Referierenden ins Gespräch zu kommen. Beim anschließenden Weinempfang im Lichthof bot sich schließlich die Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zur Vernetzung.

Insgesamt zeigte die Veranstaltung eindrucksvoll, welches Potenzial in der Region Mainfranken steckt und wie eng Wissenschaft und Praxis zusammenwirken können, um Innovationen voranzubringen.

Die Organisatoren, Keynote-Speaker und Start-Ups bei Wirtschaft trifft Wissenschaft (Bild: Lukas Kagerbauer)