Die Klausurenphase gehört für viele Studierende zu den intensivsten Zeiten des Semesters: Die Bibliothek wird zum festen Arbeitsplatz, Kaffee ersetzt gefühlt ganze Mahlzeiten und die Ablenkung durch Handy oder Social Media scheint plötzlich besonders groß zu sein. Gerade bei langen Lernphasen fällt es oft schwer, dauerhaft konzentriert zu bleiben. Eine Methode, die dabei helfen kann, den Lernalltag besser zu strukturieren und fokussierter zu arbeiten, ist die sogenannte Pomodoro-Technik.
Die Zeitmanagement-Methode wurde in den 1980er-Jahren von Francesco Cirillo entwickelt. Ihren Namen verdankt sie einer tomatenförmigen Küchenuhr („Pomodoro“), mit der Cirillo seine Lernzeiten strukturierte. Das Prinzip dahinter ist einfach: gearbeitet wird in kurzen, konzentrierten Zeitabschnitten mit regelmäßigen Pausen.
Konkret bedeutet das: Zunächst wird eine Aufgabe festgelegt und anschließend ein Timer auf 25 Minuten gestellt. Während dieser Zeit wird ohne Ablenkung gearbeitet. Danach folgt eine kurze Pause von fünf Minuten. Nach vier solchen Lernintervallen wird eine längere Pause von etwa 15 bis 30 Minuten eingelegt.
Gerade im Studium bietet die Methode einige Vorteile. Die überschaubaren Lernabschnitte erleichtern den Einstieg in größere Aufgaben und helfen dabei, Prokrastination zu vermeiden. Gleichzeitig fällt es oft leichter, sich für einen begrenzten Zeitraum bewusst auf nur eine Aufgabe zu konzentrieren. Viele Studierende empfinden zudem jede abgeschlossene Einheit als kleinen Motivationserfolg, wodurch auch längere Lernphasen strukturierter und machbarer wirken.
Hilfreich ist es dabei, das Handy während eines Pomodoros auf lautlos zu stellen und die Pausen tatsächlich zur Erholung zu nutzen – etwa für frische Luft, Bewegung oder einen kurzen Kaffee. Auch die Lernplanung lässt sich gut anpassen, indem größere Aufgaben bereits im Vorfeld grob in einzelne 25-Minuten-Einheiten eingeteilt werden. Je nach Arbeitsweise kann die Methode außerdem flexibel angepasst werden, beispielsweise mit etwas längeren Fokuszeiten bei kreativen oder komplexeren Aufgaben.
Die Pomodoro-Technik zeigt, dass produktives Lernen nicht zwangsläufig stundenlange Konzentration am Stück bedeutet. Oft reichen bereits 25 Minuten fokussiertes Arbeiten, um einen spürbaren Fortschritt zu erzielen und motivierter durch die Klausurenphase zu kommen.
von Tara Menig

