Wie können Bildungsungleichheiten überwunden und faire Bildungschancen für alle Kinder geschaffen werden? Mit dieser gesellschaftlich hochrelevanten Fragestellung setzte sich Prof. Dr. Fabian Kosse am 9. Juni 2026 im Rahmen eines Vortrags am Deutschhaus-Gymnasium auseinander. Eingeladen hatte das Kompetenzzentrum für Begabungsförderung, das zahlreiche interessierte Gäste in der Bibliothek des Deutschhaus-Gymnasiums begrüßen konnte.
Unter dem Titel „Chancengerechtigkeit im deutschen Bildungssystem: Was wir wissen, was hilft“ gab Prof. Kosse spannende Einblicke in aktuelle Forschungsergebnisse zur Bildungsökonomie und zeigte auf, warum der Bildungserfolg in Deutschland nach wie vor stark vom familiären Hintergrund beeinflusst wird.
Anhand wissenschaftlicher Studien verdeutlichte er, dass Kinder aus Akademikerfamilien selbst bei vergleichbaren Leistungen deutlich häufiger den Weg auf ein Gymnasium einschlagen als Kinder aus Familien ohne akademischen Hintergrund. Diese Unterschiede wirken sich oftmals langfristig auf Bildungs- und Karrierewege aus und stellen eine zentrale Herausforderung für die Chancengerechtigkeit im deutschen Bildungssystem dar.
Im Mittelpunkt des Vortrags stand ein wissenschaftlich evaluiertes Mentoring-Programm für Grundschulkinder. Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass gezielte Unterstützung bereits in jungen Jahren nachhaltige Wirkung entfalten kann: Auch zehn Jahre nach der Teilnahme lassen sich positive Effekte nachweisen – unter anderem in Form höherer Abiturquoten und einer gesteigerten Studienaufnahme. Die vorgestellten Erkenntnisse machten deutlich, dass wirksame Maßnahmen zur Förderung von Bildungsgerechtigkeit oftmals bereits mit vergleichsweise einfachen Mitteln umgesetzt werden können.
Im anschließenden Austausch nutzten die Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, Fragen zu stellen und die vorgestellten Ergebnisse zu diskutieren. Dabei wurde einmal mehr deutlich, wie groß das Interesse an wissenschaftlich fundierten Lösungsansätzen für mehr Chancengerechtigkeit im Bildungssystem ist.
Die Veranstaltung bot wertvolle Impulse für die aktuelle Bildungsdebatte und zeigte auf, welchen wichtigen Beitrag Forschung leisten kann, um Bildungschancen unabhängig von der sozialen Herkunft zu verbessern.

