Eine innovative KI-Anwendung zur Unterstützung familienpsychologischer Gutachten hat dem Würzburger Start-up mindocu den KI-Nachwuchspreis 2026 in der Kategorie „Studierende und junge Talente“ eingebracht. Die mit 2.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde im Rahmen des AI Communication Award auf den Social Media Days in Schwäbisch Hall an Gründer Johannes Störlein, Masterstudent im Studiengang Human-Computer Interaction an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU), verliehen.
Die Idee für das Start-up entstand aus praktischen Erfahrungen: Während seiner Tätigkeit bei familienpsychologischen Gutachtern erkannte Störlein, wie zeitaufwendig Aufgaben wie die Transkription von Gesprächen oder die Auswertung umfangreicher Akten sind. Gemeinsam mit Anna Manger, Absolventin des JMU-Masterstudiengangs Management, und Oliver Gawron, Informatik-Absolvent der THWS, entwickelte er daraufhin eine datenschutzkonforme KI-Lösung, die Gutachtende bei diesen Arbeitsschritten unterstützt.
Die Anwendung erstellt aus Audioaufnahmen automatisch Transkriptionen und erste Entwürfe für Gutachten. Besonderen Wert legt das Team dabei auf Transparenz und Datenschutz: Sämtliche Daten werden lokal verarbeitet, sodass kein Datenabfluss an externe Anbieter erfolgt. Die Ergebnisse bleiben jederzeit nachvollziehbar und können von den Fachkräften überprüft und bearbeitet werden.
Seit der Gründung im Frühjahr 2026 entwickelt das Team die Anwendung kontinuierlich weiter. Künftig soll die Software unter anderem mehrere Gesprächspartner gleichzeitig erkennen, umfangreiche Gerichtsakten intelligent auswerten und Gutachten automatisiert auf fachliche Standards prüfen. Ziel ist es, den gesamten Gutachtungsprozess effizienter zu gestalten und Fachkräfte spürbar zu entlasten.
Unterstützt wurde das junge Unternehmen auf seinem Weg unter anderem durch das Servicezentrum Forschung und Technologietransfer (SFT) der JMU, das Center for Artificial Intelligence and Data Science (CAIDAS) sowie das EXIST-Gründerstipendium. Die Auszeichnung unterstreicht einmal mehr das große Innovationspotenzial der Gründungsszene an der Universität Würzburg und zeigt, wie aus wissenschaftlichen Ideen praxisnahe Lösungen mit gesellschaftlichem Mehrwert entstehen können.
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