Seit 25 Jahren erforscht der Lehrstuhl für Fernerkundung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) die Erde aus der Perspektive von oben. Gleichzeitig feiert der Masterstudiengang EAGLE (Applied Earth Observation and Geoanalysis) sein zehnjähriges Bestehen.
Ob Klimaveränderungen, Waldbrände, Stadtentwicklung oder Veränderungen in sensiblen Ökosystemen: Mithilfe von Satellitenbildern, Drohnenaufnahmen und weiteren Datenquellen lassen sich Umweltveränderungen über große Räume und lange Zeiträume beobachten. Seit der Gründung des Lehrstuhls durch Professor Stefan Dech im Jahr 2001 hat sich die Würzburger Fernerkundung dabei kontinuierlich weiterentwickelt. Heute arbeiten dort rund 40 Forschende sowie zahlreiche Master- und Promotionsstudierende.
Ein wichtiger Entwicklungsschritt war die zunehmende Nutzung von Drohnen für die Erdbeobachtung. Was 2018 zunächst mit vergleichsweise einfachen Systemen begann, ist inzwischen zu einem etablierten Forschungsbereich geworden. Gemeinsam mit dem 2022 gegründeten Lehrstuhl für Globale Urbanisierung und Fernerkundung von Professor Hannes Taubenböck bündelt der Earth Observation Research Cluster (EORC) heute Kompetenzen in der Fernerkundungsforschung und arbeitet eng mit dem Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zusammen.
Auch Künstliche Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten für die Auswertung der enormen Datenmengen. KI-Modelle können beispielsweise Muster in Tierbewegungen erkennen und mit Umweltinformationen aus Satelliten- und Drohnendaten verknüpfen. Dadurch lassen sich Veränderungen in Ökosystemen identifizieren und perspektivisch auch Frühwarnsysteme für Umweltgefahren unterstützen.
Wie praxisnah die Ausbildung in Würzburg ist, zeigt das Beispiel der EAGLE-Studentin Aoibhin Murphy. Im Rahmen eines Forschungsaufenthalts in der Hocharktis untersuchte sie auf Spitzbergen gemeinsam mit einem Forschungsteam, wie Schneebedingungen die Nahrungssuche von Rentieren beeinflussen. Zurück in Würzburg arbeitet sie nun an Algorithmen zur Verbesserung der Auflösung von Satellitenbildern. Die Verbindung von theoretischer Arbeit, moderner Datenanalyse und praktischer Feldforschung ist ein wesentliches Merkmal des Würzburger Masterprogramms.
Mit Blick auf die Zukunft erwarten die Forschenden eine weiter wachsende Bedeutung der Fernerkundung – insbesondere bei der Beobachtung von Klimafolgen, Naturgefahren und Umweltveränderungen. Ein wichtiger Ansatz liegt dabei in der Kombination unterschiedlicher Datenquellen, um komplexe Zusammenhänge zwischen Umwelt, Klima und Ökosystemen noch besser verstehen zu können.
Mehr über 25 Jahre Fernerkundung, zehn Jahre EAGLE sowie die Menschen und Forschungsprojekte hinter dem Fachgebiet gibt es im vollständigen Artikel im einBLICK der Universität Würzburg.

