Der Würzburger Wissenschaftler Prof. Dr. Georg Nagel erhält gemeinsam mit Karl Deisseroth von der Stanford University und Peter Hegemann von der Humboldt-Universität zu Berlin den Nobelpreis für Medizin 2026. Ausgezeichnet werden ihre grundlegenden Entdeckungen zur Optogenetik, einer Methode, mit der sich die Aktivität von Nervenzellen mithilfe von Licht gezielt steuern lässt.
Nagel forschte von 2004 bis 2021 als Professor für Molekulare Pflanzenphysiologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Anschließend war er bis Ende Juni 2026 als Seniorprofessor am Physiologischen Institut tätig. Mit seinen Arbeiten trug er maßgeblich zur Entwicklung der Optogenetik bei, die heute weltweit in der Forschung eingesetzt wird.
Die Methode ermöglicht es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, einzelne Nervenzellen in einem lebenden Gehirn gezielt zu aktivieren oder zu hemmen. Dadurch lassen sich unter anderem neuronale Prozesse untersuchen, die mit Erinnerungen, Emotionen und Verhaltensweisen sowie mit neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen zusammenhängen. Die Optogenetik hat damit neue Möglichkeiten für die Erforschung des Gehirns eröffnet.
An der Universität Würzburg ist die Freude über die Auszeichnung groß. Universitätspräsident Prof. Dr. Paul Pauli gratulierte Nagel zu dieser besonderen Ehrung. Auch langjährige Weggefährten würdigten seine wissenschaftlichen Leistungen und seinen Beitrag zur Entwicklung der Optogenetik. Bereits 2024 hatte die JMU Nagel für seine herausragenden Forschungsleistungen mit der Röntgenmedaille ausgezeichnet.
Der Nobelpreis bildet den Höhepunkt einer langen Reihe wissenschaftlicher Ehrungen. Zu den Auszeichnungen, die Nagel gemeinsam mit anderen Forschenden erhielt, zählen unter anderem der Wiley Prize in Biomedical Sciences, der Brain Prize und der Shaw Prize.
Weitere Informationen zu Georg Nagels Forschungsleistungen, seinem wissenschaftlichen Werdegang und der Bedeutung der Optogenetik gibt es im ausführlichen Beitrag im einBLICK.

