Am 14. Januar 2025 wurde der Kleinsatellit InnoCube mit einer SpaceX-Rakete in den Orbit gebracht. Ein Jahr später blickt das Gemeinschaftsprojekt der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) und der Technischen Universität Berlin auf zahlreiche technologische Erfolge zurück – und die Mission ist noch lange nicht abgeschlossen.

Der rund vier Kilogramm schwere Satellit kreist seit seinem Start in etwa 500 Kilometern Höhe um die Erde. Entwickelt wurde InnoCube in enger Kooperation beider Universitäten; an der JMU wird das Projekt am Lehrstuhl Informatik VIII von Professor Sergio Montenegro betreut. Ziel der Mission ist es, innovative Technologien unter realen Bedingungen im Weltraum zu erproben.

Innovationen erfolgreich im Orbit getestet

Während der ersten zwölf Monate im All konnte InnoCube mehrere technologische Premieren feiern. So bewährte sich der in Würzburg entwickelte drahtlose Satellitenbus SKITH („Skip The Harness“), der den Datenaustausch an Bord per Funk ermöglicht. Die Technologie funktionierte zuverlässig auch unter extremen Bedingungen und verspricht künftig deutliche Einsparungen bei Kabelmasse und Komplexität von Satelliten.

Zudem wurde mit „WallE-2-Space“ ein Prototyp einer neuartigen Energiespeichertechnologie getestet, die von der TU Berlin entwickelt wurde. Sie verfolgt das Ziel, Energiespeicher und Satellitenstruktur künftig zu vereinen.

Ein besonderer Meilenstein gelang im Oktober 2025: Mit dem an der JMU entwickelten System LeLaR wurde erstmals ein vollständig KI-gesteuertes Lagemanöver eines Satelliten im Orbit durchgeführt – eine Weltpremiere, die den Weg für autonome, intelligente Raumfahrtsysteme ebnet.

Studierende und Amateurfunker eingebunden

Die Mission wurde von Beginn an intensiv von Studierenden beider Universitäten begleitet – in Abschlussarbeiten, als studentische Hilfskräfte oder im Rahmen von Lehrveranstaltungen. Darüber hinaus verfügt InnoCube über eine Amateurfunker-Nutzlast, deren Signale weltweit empfangen werden können. Zu besonderen Anlässen, etwa zu Weihnachten 2025 und zum ersten Geburtstag des Satelliten, sendete InnoCube Grüße aus dem All in Morsecode. Funkamateure, die die Signale empfangen, erhalten digitale Empfangsbestätigungen, sogenannte QSL-Karten.

Mission läuft bis 2026 weiter

Bis zum Ende des geförderten Verbundprojekts im Juni 2026 sind weitere Experimente geplant, darunter zusätzliche Tests des Funksystems sowie vertiefende Untersuchungen zur KI-gestützten Lageregelung. Der Satellit ist weiterhin voll funktionsfähig. Auch nach dem regulären Missionsende soll InnoCube mithilfe der Unterstützung von Studierenden weiter betrieben und in der Lehre eingesetzt werden.

Die Projekte InnoCube und LeLaR werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Ausführliche Hintergründe zur Mission, zu den Technologien und zur Zusammenarbeit der beteiligten Universitäten finden sich im einBLICK.

Kleinsatellit InnoCube (links) mit dem Auswurfcontainer (rechts). In diesem ist der Satellit an Bord der Rakete sicher verstaut. (Bild: Pavlo Slobodnychenko / Exolaunch)