Die Julius-Maximilians-Universität Würzburg ist Teil eines neuen, groß angelegten Forschungsprojekts zur Weiterentwicklung der Quantenkommunikation. Im Mittelpunkt des Verbundvorhabens stehen sogenannte Quantenrepeater – eine Schlüsseltechnologie für den Aufbau leistungsfähiger und sicherer Quantennetzwerke.
Quantenkommunikation gilt als zentraler Baustein moderner IT-Sicherheitsstrategien. Sie ermöglicht es, Daten besonders geschützt zu übertragen und bildet eine wichtige Grundlage für zukünftige digitale Infrastrukturen. Entsprechend wird sie auch in der Hightech Agenda Deutschland als strategisches Zukunftsfeld hervorgehoben. Ein entscheidender Schritt auf diesem Weg ist die Entwicklung funktionsfähiger Quantenrepeater, die eine verlustarme Übertragung von Quanteninformationen über große Distanzen ermöglichen und damit die Basis für ein künftiges Quanteninternet schaffen.
Vor diesem Hintergrund ist Anfang 2026 das Forschungsprojekt „Technologien und Demonstratoren für Quantenrepeater (TD.QR)“ gestartet. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt mit rund 12,4 Millionen Euro gefördert und hat eine Laufzeit von zunächst 14 Monaten. Ziel ist es, zentrale Technologien für Quantenrepeater weiterzuentwickeln, zu optimieren und unter realen Bedingungen zu erproben. Dabei geht das Projekt bewusst über bisherige Laborversuche hinaus und testet die Systeme auf realen Kommunikationsstrecken.
Das Konsortium umfasst insgesamt elf Forschungspartner an sieben Standorten, die ihre jeweiligen Kompetenzen bündeln. Die Gesamtkoordination liegt bei der Universität des Saarlandes. Die Universität Würzburg bringt ihre Expertise insbesondere im Bereich der Halbleiter-Quantenpunkte ein: Unter der Leitung von Professor Sven Höfling entwickelt das Team Bauteile, die als Quantenspeicher und Quellen von Quantenlicht dienen und damit eine zentrale Rolle für zukünftige Quantenrepeater spielen. Für diese Arbeiten erhält der Würzburger Lehrstuhl eine Förderung von 2,3 Millionen Euro.
Das Projekt knüpft an frühere Forschungsarbeiten an, in denen bereits grundlegende Technologien wie die Verschränkung von Quantenzuständen oder Quantenteleportation erfolgreich demonstriert wurden. Nun soll der nächste Schritt folgen: die praktische Umsetzung und Skalierung hin zu funktionierenden Quantennetzwerken außerhalb des Labors.
Mit ihrer Beteiligung an TD.QR stärkt die Universität Würzburg ihre Rolle in einem hochdynamischen Forschungsfeld und leistet einen wichtigen Beitrag zur technologischen Souveränität Deutschlands im Bereich der Quantenkommunikation.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie im einBLICK.

