Was heute selbstverständlich erscheint, war vor wenigen Jahrzehnten noch eine Ausnahme: eigene Archive an bayerischen Universitäten. Mittlerweile gehören zwölf Einrichtungen dem Arbeitskreis der Bayerischen Universitätsarchive an, der sich am 23. April zu seiner inzwischen 50. Arbeitssitzung in Augsburg getroffen hat.
Auch das Universitätsarchiv Würzburg spielt dabei seit vielen Jahren eine zentrale Rolle. Gemeinsam mit den Archiven aus Erlangen, München und Augsburg zählt es zu den Gründungsmitgliedern des Arbeitskreises. Die Sprecherrolle wechselte später nach Würzburg und wird heute von Mareile Mansky, Mitarbeiterin des Universitätsarchivs Würzburg, übernommen.
Seit dem ersten Treffen im Jahr 2002 kommen die Mitglieder regelmäßig zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen im Archivwesen und in der Hochschulpolitik auszutauschen. Im Mittelpunkt stehen dabei gemeinsame Strategien, praktische Lösungen für den Archivalltag sowie die Weiterentwicklung universitärer Archivstrukturen.
Besonders stark verändert hat sich die Arbeit der Archive durch die Digitalisierung. Während anfangs vor allem Fragen zu Aufbewahrungsfristen, Archivordnungen oder dem Umgang mit personenbezogenen Daten diskutiert wurden, rückten später digitale Aktenführung, Dokumenten-Management-Systeme und die langfristige Sicherung digitaler Daten in den Fokus. Ein wichtiger Meilenstein war dabei der Aufbau des bayernweit genutzten digitalen Archivs DIMAG, das von den Universitätsarchiven gemeinsam betrieben wird.
Der Arbeitskreis versteht sich heute nicht nur als Plattform für fachlichen Austausch, sondern auch als Interessenvertretung der bayerischen Universitätsarchive gegenüber Hochschulleitungen, Ministerien und weiteren Institutionen. Gleichzeitig profitieren die Archive im Alltag von der engen Zusammenarbeit – etwa durch gemeinsame Handreichungen, Standards und digitale Austauschplattformen.
Auch künftig stehen zahlreiche Herausforderungen an: Dazu gehören neue Standards für die digitale Langzeitarchivierung, der Umgang mit Forschungs- und Studierendendaten sowie die stärkere Vernetzung universitärer Archive über gemeinsame Portale.
Der Arbeitskreis zeigt damit eindrucksvoll, wie aus regelmäßigem Austausch ein tragfähiges Netzwerk entstanden ist, das die Archivlandschaft an Bayerns Universitäten nachhaltig geprägt hat.
Weitere Informationen dazu erhalten Sie auch im einBLICK.

