Künstliche Intelligenz zählt zu den Schlüsseltechnologien der Zukunft. Um Europa bei diesem Thema unabhängiger von außereuropäischen Anbietern zu machen, arbeitet ein breites Konsortium aus Wissenschaft und Wirtschaft an einer eigenen KI-Modellfamilie. Mit „Soofi S“ wurde nun der erste Meilenstein des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Projekts vorgestellt – mit Beteiligung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.
Ziel des Projekts ist es, leistungsfähige und transparente KI-Modelle auf europäischer Infrastruktur zu entwickeln. Unternehmen, Behörden und Forschungseinrichtungen sollen dadurch eine sichere und nachvollziehbare Alternative zu bestehenden KI-Systemen aus den USA und China erhalten. Die Modelle können auf eigenen Systemen betrieben werden und eignen sich unter anderem für industrielle Anwendungen, die Analyse großer Dokumentenmengen oder die Unterstützung bei der Softwareentwicklung.
Die Universität Würzburg bringt ihre Expertise insbesondere im Bereich Data Science und Sprachverarbeitung ein. Das Team um Prof. Dr. Andreas Hotho, Leiter des Lehrstuhls für Informatik X (Data Science) und des Forschungszentrums CAIDAS, war maßgeblich am Pre-Training und der Spezialisierung des Modells beteiligt. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der Optimierung der Leistungsfähigkeit in deutscher Sprache. Gleichzeitig arbeitet das Team von Prof. Dr. Fotis Janidis an Datensätzen, die das logische Schlussfolgern der KI verbessern und evaluieren.
Ein zentrales Merkmal des Projekts ist die Offenheit der Technologie: Neben dem Modell selbst werden auch Trainingsmethoden und Datenprozesse dokumentiert. Dadurch entsteht eine transparente Grundlage, auf der Unternehmen und öffentliche Einrichtungen eigene KI-Anwendungen entwickeln können – unabhängig von proprietären Plattformen und unter Wahrung der europäischen Datensouveränität.
Aktuell wird „Soofi S“ gemeinsam mit Industriepartnern unter realen Bedingungen getestet. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung der Modelle ein und sollen den Transfer leistungsfähiger KI-Lösungen in Wirtschaft und Verwaltung weiter beschleunigen. Mit ihrer Beteiligung unterstreicht die Universität Würzburg einmal mehr ihre zentrale Rolle in der europäischen KI-Forschung und beim Aufbau einer souveränen digitalen Infrastruktur.
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