Wie vielfältig die beruflichen Wege nach einem Studium an der Universität Würzburg sein können, zeigt das Beispiel von Thea Emmerling. Die JMU-Alumna studierte Wirtschaftswissenschaften im Grundstudium und blickt auf eine internationale Karriere bei der Europäischen Kommission zurück. In einem aktuellen Interview mit dem Alumni-Netzwerk „Uni Würzburg Community“ berichtet sie über ihre beruflichen Stationen, die Arbeit in den EU-Institutionen und ihre Erfahrungen mit internationaler Zusammenarbeit.
Nach ihrem Studium arbeitete Emmerling zunächst als Journalistin bei der Deutschen Presse-Agentur, bevor sie eine langjährige Laufbahn in den europäischen Institutionen einschlug. Als Pressesprecherin, Kabinettsmitglied, Diplomatin und Führungskraft war sie unter anderem in Brüssel, Genf und Washington tätig. Inhaltlich beschäftigte sie sich über viele Jahre mit Verbraucherschutz, Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und vertrat die EU in internationalen Verhandlungen bei den Vereinten Nationen und gegenüber den USA. Später arbeitete sie zudem im Bereich der EU-Finanzplanung.
Besonders geprägt hat sie dabei die internationale und interkulturelle Zusammenarbeit. Die Vertretung der EU nach außen und die damit verbundene Suche nach gemeinsamen Positionen mit Mitgliedstaaten und internationalen Partnern beschreibt Emmerling als besonders spannende Aufgabe. Konsens zu finden und unterschiedliche Interessen zusammenzubringen, sei ein wesentlicher Bestandteil ihrer Arbeit gewesen – und zugleich das, was sie an ihrer Tätigkeit besonders geschätzt habe.
Auch ihre Sicht auf die Europäische Union ist von diesen Erfahrungen geprägt. Emmerling versteht die EU weniger als zentralistische „Gesetzgebungsmaschine“, sondern vielmehr als eine komplexe Konsensschmiede, in der die Mitgliedstaaten, die europäischen Institutionen und das Europäische Parlament gemeinsam an politischen Entscheidungen arbeiten. Die EU stehe dabei für Frieden, Recht, Freiheit und Demokratie und sei angesichts globaler Herausforderungen wichtiger denn je.
Für Studierende, die selbst eine Karriere in den europäischen Institutionen anstreben, hat die Alumna konkrete Empfehlungen: Neben einem abgeschlossenen Fachstudium seien insbesondere sehr gute Englischkenntnisse und eine weitere Fremdsprache wichtig. Gleichzeitig gebe es viele unterschiedliche Einstiegsmöglichkeiten – von Wirtschaftswissenschaften über Informatik und Medizin bis hin zu anderen Fachrichtungen. Ihr wichtigster Rat geht jedoch über konkrete Karriereplanung hinaus: Junge Menschen sollten das studieren und beruflich verfolgen, was ihnen Freude bereitet. Schließlich verbringe man einen großen Teil seines Lebens bei der Arbeit.
Auch an ihre eigene Studienzeit in Würzburg erinnert sich Emmerling gerne zurück. Neben ihrem Studium sammelte sie in ganz unterschiedlichen Jobs praktische Erfahrungen – unter anderem in der Uniklinik, beim Fränkischen Volksblatt, in der Industrie und bei Siemens. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr außerdem eine Vorlesung des Würzburger Ökonomen Otmar Issing, der später als erster Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank maßgeblich an der Gestaltung der Geldpolitik des Euro beteiligt war.
Vom Studium in Würzburg über Brüssel bis zu internationalen Einsätzen: Der Weg von Thea Emmerling zeigt eindrucksvoll, welche internationalen Perspektiven ein wirtschaftswissenschaftliches Studium eröffnen kann.
Das vollständige Interview mit Thea Emmerling und weitere Einblicke in ihren beruflichen Weg gibt es im einBLICK der Universität Würzburg.

