Wie lässt sich Medienbildung praxisnah in den Schulunterricht integrieren? Mit dieser Frage beschäftigten sich Lehramtsstudierende der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) im Rahmen eines praxisorientierten Seminars am Lehrstuhl für Schulpädagogik.

Über drei Semester entwickelten die Studierenden unter der Leitung der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Tamara Baumann eigene Unterrichtseinheiten und erprobten diese anschließend mit Schülerinnen und Schülern der David-Schuster-Realschule, der Jakob-Stoll-Realschule sowie der Eichendorff-Mittelschule in Gerbrunn. Im Mittelpunkt standen dabei Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR). So konnten Schülerinnen und Schüler beispielsweise das Anne-Frank-Haus virtuell erkunden oder sich mit dem historischen Kontext der Reden Martin Luther Kings auseinandersetzen.

Dabei ging es nicht allein darum, neue Technologien im Unterricht einzusetzen. Die Studierenden sollten gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern auch reflektieren, wie digitale Medien funktionieren, welche Möglichkeiten und Grenzen sie bieten und welche Auswirkungen ihre Nutzung auf Mensch und Gesellschaft haben kann. Ziel ist es, angehende Lehrkräfte dazu zu befähigen, Schülerinnen und Schüler zu einer kompetenten, kritischen und verantwortungsvollen Mediennutzung anzuleiten.

Ein zentraler Bestandteil des Projekts war die anschließende Erprobung der entwickelten Konzepte im realen Schulunterricht. Dadurch konnten die Studierenden unmittelbar erfahren, welche Herausforderungen beim Einsatz digitaler Medien im Klassenzimmer entstehen und wie wichtig es ist, Unterricht flexibel an die jeweilige Situation anzupassen. Unterstützt wurde das Projekt durch die Berater für digitale Bildung der Realschulen in Unterfranken sowie für Stadt und Landkreis Würzburg.

Die praxisorientierte Lehrkräftebildung soll künftig weiter ausgebaut werden. Neben VR und AR könnten dabei auch weitere Technologien wie Robotik oder Künstliche Intelligenz eine Rolle spielen. Entscheidend bleibt jedoch nicht die Technik selbst, sondern die Frage, wie digitale Entwicklungen sinnvoll, kritisch und verantwortungsvoll für Bildung und Unterricht genutzt werden können.

Weitere Einblicke in das Seminar, die entwickelten Unterrichtskonzepte und die Erfahrungen der Studierenden gibt es im vollständigen Beitrag im einBLICK.

Ein Teil der Seminargruppe. In der Mitte, mit den VR-Brillen in der Hand, sind der informationstechnische Berater für digitale Bildung Roman Kruse und Seminarleiterin Tamara Baumann zu sehen. (Bild: Melanie Hartmann)