Wie können Deutschland und die Europäische Union ihre Klimapolitik international auch unter veränderten geopolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wirksam gestalten? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein neues Policy Paper im Rahmen des Kopernikus-Projekts Ariadne, an dem auch Prof. Dr. Joschka Wanner, Juniorprofessor für  Quantitative International and Environmental Economics an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Würzburg, beteiligt ist.

Die Studie untersucht, warum eine ambitionierte internationale Klimapolitik auch unter veränderten politischen Prioritäten im wirtschaftlichen und strategischen Interesse Deutschlands und der EU liegt. Neben den direkten Effekten einer Reduktion globaler Treibhausgasemissionen werden dabei unter anderem mögliche positive Auswirkungen auf die Preise fossiler Energieimporte sowie sicherheitspolitische Aspekte berücksichtigt.

Die Autoren diskutieren verschiedene Ansätze für eine strategisch ausgerichtete internationale Klimapolitik. Dazu zählen die finanzielle Unterstützung von Emissionsminderungen in anderen Ländern, Anreize für zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen sowie Instrumente zum Schutz der europäischen Klimapolitik vor internationalen Wettbewerbs- und Verlagerungseffekten. Als Beispiele werden unter anderem der Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) der EU und sogenannte Jurisdictional Reward Funds betrachtet.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Frage, in welchen internationalen Formaten Klimazusammenarbeit künftig besonders wirksam gestaltet werden kann. Neben den multilateralen UN-Klimakonferenzen gewinnen bilaterale und plurilaterale Kooperationen an Bedeutung. Entscheidend sei dabei nicht allein die Zahl der beteiligten Länder, sondern eine strategische Auswahl geeigneter Partner und eine bessere Koordination innerhalb Deutschlands und der EU.

Die Studie entstand als Abschluss der mehrjährigen Arbeiten zur internationalen Klimapolitik im Rahmen des Kopernikus-Projekts Ariadne, einem interdisziplinären Forschungsprojekt zur wissenschaftlichen Begleitung der deutschen Energiewende.

Ein weiterer Höhepunkt des Projekts steht Anfang Oktober in Berlin an: Bei einem Abschlussevent werden die zentralen Ergebnisse und Erkenntnisse des Projekts vorgestellt und diskutiert. Auch Prof. Dr. Joschka Wanner wird dabei mitwirken und die Perspektive der internationalen Klimapolitik aus der Studie einbringen.

Weitere Informationen und die vollständige Studie finden Sie auf der Website des Kopernikus-Projekts Ariadne.

Prof. Dr. Joschka Wanner (Bild: Universität Würzburg)